Outpreneurship
Neue Perspektiven für Führungskräfte in Zeiten von Restrukturierung und Transformation
Wenn Erfahrung plötzlich nicht mehr gefragt scheint
Restrukturierung und Transformation gehören heute zum Alltag vieler Unternehmen. Ganze Geschäftsbereiche werden neu ausgerichtet, Hierarchieebenen reduziert und tausende Arbeitsplätze abgebaut. Besonders betroffen sind dabei häufig erfahrene Führungskräfte.
Viele haben jahrzehntelang Verantwortung übernommen, Unternehmen aufgebaut und Veränderungsprozesse gestaltet – und erleben nun selbst, wie sie einer Restrukturierung zum Opfer fallen.
Was folgt, ist oft ein schwieriger Trennungsprozess. Gespräche über Kündigung, Aufhebungsvertrag oder Kündigungsschutz bestimmen plötzlich den Alltag. Nicht selten wird früh ein Anwalt für Arbeitsrecht hinzugezogen, um faire Rahmenbedingungen auszuhandeln. Doch selbst wenn die rechtlichen Fragen geklärt sind, bleibt die eigentliche Herausforderung bestehen:
Wie geht es beruflich weiter?
Der Arbeitsmarkt hat sich grundlegend verändert
Viele Führungskräfte gehen zunächst den klassischen Weg. Sie schreiben Bewerbungen, reagieren auf Stellenanzeigen, sprechen mit Personalberatern oder beginnen ein Karrierecoaching.
Doch genau hier zeigt sich das eigentliche Problem.
Der heutige Arbeitsmarkt bietet deutlich weniger Führungspositionen als noch vor wenigen Jahren. Gleichzeitig steigt die Zahl erfahrener Manager, die sich auf dieselben Positionen bewerben. Das Ergebnis sind immer mehr Absagen, obwohl Qualifikation und Erfahrung außer Frage stehen.
Hinzu kommt, dass ein großer Teil attraktiver Führungspositionen niemals öffentlich ausgeschrieben wird. Dieser sogenannte verdeckte Arbeitsmarkt funktioniert über persönliche Netzwerke, Empfehlungen und Direktansprache. Selbst hervorragend qualifizierte Kandidaten bleiben dadurch häufig unsichtbar.
Das Problem liegt deshalb oft nicht bei der einzelnen Person, sondern in einer strukturellen Veränderung des Arbeitsmarktes.
Warum klassisches Outplacement häufig nicht mehr ausreicht
Viele Unternehmen begleiten Führungskräfte im Rahmen eines Outplacement-Programms. Ziel ist es, möglichst schnell wieder eine vergleichbare Festanstellung zu finden.
Diese Unterstützung kann wertvoll sein. Sie basiert jedoch meist auf der Annahme, dass der nächste Managementjob bereits auf den Kandidaten wartet. Die Realität sieht heute häufig anders aus.
Selbst mit professionellem Executive Coaching, perfekter Bewerbungsstrategie und intensiver Vorbereitung dauert die Suche oft viele Monate. Nicht, weil die Führungskraft ungeeignet wäre, sondern weil passende Positionen schlicht fehlen.
Viele erleben dadurch einen erheblichen psychischen Druck. Selbstzweifel entstehen, das Selbstwertgefühl leidet und nicht selten entwickeln sich gesundheitliche Belastungen bis hin zu Burnout.
Outpreneurship denkt Karriere neu
Nach einer Trennung richtet sich der Blick fast automatisch auf den Arbeitsmarkt: Welche Stellen sind ausgeschrieben? Wo passe ich hinein? Wie schreibe ich meine Bewerbung?
Outpreneurship beginnt an einem anderen Punkt. Nicht mit der Frage nach der nächsten Stelle, sondern mit den Ressourcen, die ein Mensch über viele Jahre aufgebaut hat. Führungskräfte verfügen häufig über weit mehr als einen beeindruckenden Lebenslauf. Sie bringen Erfahrung, Branchenwissen, Führungsstärke, belastbare Netzwerke, unternehmerisches Denken, Kapital und die Fähigkeit mit, komplexe Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen.
Genau diese Ressourcen werden heute in Start-ups, im Mittelstand und in etablierten Unternehmen gebraucht. Allerdings häufig nicht mehr ausschließlich in klassischen Managementpositionen.
Outpreneurship erweitert deshalb den Blick auf unternehmerisch geprägte Rollen, in denen diese Ressourcen wirksam werden können. Welche Rolle die richtige ist, hängt weniger vom Lebenslauf als von der eigenen Motivation und den persönlichen Präferenzen ab.
Manche Menschen möchten weiterhin im Driver's Seat sitzen: Verantwortung übernehmen, gestalten und Entscheidungen treffen. Für sie können die Rolle als Gründer, Unternehmensnachfolger oder Geschäftsführer eines jungen Unternehmens passende Wege sein.
Andere möchten ihre Erfahrung gezielt einbringen, ohne die operative Gesamtverantwortung zu tragen. Sie wirken beispielsweise als Beirat, Aufsichtsrat, Mentor, Business Angel, Investor oder Sparringspartner für Unternehmer und Managementteams.
Outpreneurship stellt nicht die Position in den Mittelpunkt, sondern die Frage, in welcher Rolle vorhandene Ressourcen den größten Beitrag leisten können. Entscheidend ist nicht, ob jemand Arbeitnehmer, Unternehmer oder Investor ist, sondern wie die vorhandenen Ressourcen dort eingesetzt werden können, wo sie den größten Beitrag leisten können und zur eigenen Vorstellung von beruflicher Wirksamkeit passen.
Neue Perspektiven statt endloser Bewerbungsprozesse
Natürlich kann eine neue Festanstellung weiterhin die richtige Entscheidung sein. Outpreneurship schließt diesen Weg ausdrücklich nicht aus, sondern ergänzt ihn.
Während klassische Bewerbungsprozesse häufig ausschließlich auf den nächsten Arbeitgeber ausgerichtet sind, entwickelt Outpreneurship individuelle Perspektiven, die zur jeweiligen Lebensphase, Motivation und Ressourcensituation passen.
Gerade Führungskräfte ab etwa 45 oder 50 Jahren verfügen häufig über Kompetenzen, die weit über klassische Managementpositionen hinausreichen. Warum sollten diese ausschließlich in einer weiteren Festanstellung eingesetzt werden?
Auch Unternehmen profitieren
Ein professionelles Trennungsmanagement endet nicht mit einer Abfindung oder einem Outplacement. Unternehmen tragen Verantwortung dafür, wie sie sich von langjährigen Führungskräften verabschieden. Outpreneurship kann diesen Prozess sinnvoll ergänzen.
Statt ausschließlich den nächsten Arbeitgeber zu suchen, werden nachhaltige Zukunftsperspektiven entwickelt. Das verbessert die Qualität des Trennungsprozesses, stärkt die Arbeitgebermarke und zeigt Wertschätzung gegenüber den betroffenen Arbeitnehmern.
From Executive to Entrepreneur
Outpreneurship entstand aus der Beobachtung, dass immer mehr erfahrene Führungskräfte trotz hervorragender Qualifikation keinen passenden Anschluss mehr finden – während Unternehmen gleichzeitig genau ihre Erfahrung suchen. Das Problem ist nicht fehlende Kompetenz, sondern ein fehlendes Modell, das Angebot und Nachfrage neu zusammenbringt.
Das Executive-to-Entrepreneur-Programm von Outpreneurship unterstützt erfahrene Führungskräfte dabei, nach einer Restrukturierung oder Trennung ihre berufliche Zukunft neu zu denken.
Im Mittelpunkt steht zunächst eine Innenschau: Welche Ressourcen habe ich über Jahrzehnte aufgebaut? Welche Stärken, Erfahrungen und Netzwerke bringe ich mit? Welche Rollen haben mir Energie gegeben – und welche haben mich Kraft gekostet?
Aus dieser Innenschau entsteht Klarheit: über die eigenen Ressourcen, die passenden Rollen und neue unternehmerische Möglichkeiten. Erst danach geht es um die konkrete Umsetzung.
Nicht jeder muss Unternehmer werden. Aber jeder sollte wissen, welche Möglichkeiten ihm auch abseits eines klassischen Angestelltenverhältnisses offenstehen.